Aminul Islam

Mohammad Aminul Islam (* 1987 oder 1988[1]) ist ein bangladeschisch-deutscher Biologe und zoologischer Präparator.

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Begründung: Innovatives hat er in der Präparationstechnik definitiv nicht geleistet. Nur weil er als Bangladeshi in Deutschland in der Präparationstechnik ausgebildet wurde, macht ihn das enzyklopädisch nicht relevant. --Uwe G. ¿⇔? RM 10:07, 6. Jun. 2024 (CEST)

Leben

Ausbildung

Er studierte an der University of Rajshahi im Westen Bangladeschs Biologie, spezialisierte sich dabei auf Zoologie und schloss mit einem Master of Science ab. Bereits während des Studiums belegte er Präparationskurse beim deutschen Gastdozenten Marco Fischer vom Naturkundemuseum Erfurt.

Nach seinem Studienabschluss wurde er aus über 100 Bewerbern als einer von drei Teilnehmern für ein internationales Kooperationsprojekt ausgewählt und erwarb im Zuge dessen zwischen März 2013 und Oktober 2016 in Deutschland eine Zusatzqualifikation als wissenschaftlich-zoologischer Präparator. Das Projekt wurde im Rahmen des „Qualitätsnetzes Biodiversität“ durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst finanziert.[2] Ziel war es, das durch Überbevölkerung, Armut, Naturkatastrophen und fortschreitende Umweltzerstörung besonders strapazierte Entwicklungsland Bangladesch beim Aufbau naturwissenschaftlicher Sammlungen als Voraussetzung für die Erforschung der eigenen Artenvielfalt – es ist ein sogenannter Biodiversitäts-Hotspot – zu unterstützen.[3] So wurde beispielsweise die Errichtung des ersten staatlichen Naturkundemuseums mit zentraler Ausbildungsstätte für Präparatoren auf dem Gelände der Universität von Rajshahi geplant, an der Islam und seine beiden Kollegen anschließend arbeiten sollten. Darüber hinaus sollten sie Ausstellungen für Universitätsmuseen und für die breite Öffentlichkeit konzipieren und umsetzen, um damit die Basis für Umweltbildung und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu schaffen und das Verständnis für praktischen Umwelt- und Naturschutz zu wecken beziehungsweise auszubauen.[3][4][5] Im Herbst 2015 gehörte er neben Fischer und anderen zu den Teilnehmern einer dreiwöchigen zoologisch-ökologischen Exkursion, in deren Verlauf man die Konflikte zwischen Mensch und Natur in den weltgrößten Mangrovenwädern – den bengalischen Sundarbans – untersuchte. Die Forschungsergebnisse wurden anschließend in einer unter anderem von Islam organisierten Ausstellung an seiner Alma Mater in Rajshahi präsentiert.[6][4] Hauptstandorte der Präparatorenausbildung in Deutschland waren das Naturkundemuseum Erfurt mit Präparator Marco Fischer für die Praxis und das Institut für spezielle Zoologie mit Professor Martin S. Fischer an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an der Islam währenddessen immatrikuliert war, für die Theorie;[7] Praktika führten ihn aber auch an das Museum für Naturkunde in Berlin, das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart,[2] das LWL-Museum für Naturkunde in Münster sowie an das Ozeaneum und das Meeresmuseum in Stralsund.[6] Neben der Präparation erlernte Islam die Grundlagen des wissenschaftlichen Sammlungsmanagements sowie der didaktischen und besucherfreundlichen Ausstellungsplanung und -umsetzung.[3] So war er beispielsweise in Stuttgart an Aufbau und Präsentation der Sonder- und Wanderausstellung „forever young – Welt-Meisterwerke der Präparation“ beteiligt.[5][2]

Berufliche Karriere

Rasch etablierte sich Islam in Deutschland als äußerst versierter Präparator. Bereits im April 2014 sicherte er sich bei den im italienischen Longarone ausgetragenen neunten Präparationseuropameisterschaften zusammen mit Abdullah Al Mamun Raihan den „Best Design Award“ für zwei Seidenschwänze. Anfang 2018 übernahm er die Leitung der zoologischen Präparationswerkstatt des LWL-Museums für Naturkunde in Münster.[8] Im Februar selben Jahres konnte er mit einem Weißstorch die „Novice Division“ der Europameisterschaften für sich entscheiden und in den darauffolgenden Jahren gewann er weitere Titel.

Auszeichnungen

Europameisterschaften der biologischen Präparation

  • 2014 in Longarone: Best Design Award für Seidenschwänze (zusammen mit Abdullah Al Mamun Raihan)[9]
  • 2018 in Longarone: 1. Platz in der Kategorie „Novice Division“ für einen Weißstorch[10]
  • 2021 in Budapest: 1. Platz in der Kategorie „Life Contest Professional – Vogel“ für eine Haustaube[11]
  • 2023 in Salzburg: 2. Platz in der Kategorie „Professional Division – Kleinvogel“ für eine Singdrossel mit Drosselschmiede[12]
  • 2023 in Salzburg: VNPS-Sonderpreis[A 1] für hohe Wertungszahl innerhalb einer ausgewählten Tiergruppe für eine Singdrossel mit Drosselschmiede[12]

Anmerkungen

  1. Das Akronym VNPS steht für Verband Naturwissenschaftliche Präparation Schweiz.

Einzelnachweise

  1. Marc Miertzschke: „Gäste aus Bangladesch am Naturkundemuseum“. Am 18. April 2013 auf tlz.de (Thüringische Landeszeitung). Abgerufen am 4. Juni 2024
  2. „Präparatoren aus Bangladesh“. In: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (Hrsg.): Jahresbericht – Projekte und Aktionen 2013/2014. In der Reihe: „Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde“, Serie C, Band 79. 2014, Seite 45. Abgerufen auf naturkundemuseum-bw.de (Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart) am 4. Juni 2024.
  3. „Bürgermeisterin begrüßt drei Biologen aus Rajshahi: Naturkundemuseum Erfurt unterstützt den Aufbau von naturwissenschaftlichen Sammlungen in Bangladesch“. Am 12. April 2013 auf erfurt.de (Offizielle Website der Stadt Erfurt). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  4. „Mit Thüringer Know-how sachgerecht Präparieren lernen“. Am 18. April 2013 auf nachrichten.idw-online.de (Informationsdienst Wissenschaft). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  5. „Welt-Meisterwerke der Präparation gehen mit Studenten aus Bangladesch auf Reisen“. Am 18. Oktober 2013 auf erfurt.de (Offizielle Website der Stadt Erfurt). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  6. „Erfolgreiches Hochschulkooperationsprojekt zwischen Erfurt und Bangladesch wird bis 2016 verlängert“. Am 11. März 2015 auf erfurt.de (Offizielle Website der Stadt Erfurt). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  7. „Die ersten Präparatoren kommen aus Thüringen: Bürgermeisterin begrüßte Biologen aus Rajshahi“. Am 18. April 2013 auf erfurt.de (Offizielle Website der Stadt Erfurt). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  8. „Zoologische Präparation“. In: LWL-Museum für Naturkunde – Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium (Hrsg.): Jahresbericht 2017/2018. Seite 68. Abgerufen auf lwl-naturkundemuseum-muenster.de (LWL-Museum für Naturkunde Münster) am 4. Juni 2024.
  9. „Marco Fischer und Austauschpräparatoren aus dem Naturkundemuseum gewinnen Trophäen bei den Europameisterschaft der Präparatoren in Longarone/Italien“. Am 19. Mai 2014 auf erfurt.de (Offizielle Website der Stadt Erfurt). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  10. Matthias Bungeroth: „Präparatoren belegen erste Plätze bei der Europameisterschaft“. Am 12. März 2018 auf nw.de (Neue Westfälische). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  11. Frank Tafertshofer; Bianca Fialla: „Ausgezeichnete Präparator:innen im LWL-Museum für Naturkunde“. Am 30. November 2021 auf lwl.org (Landschaftsverband Westfalen-Lippe). Abgerufen am 4. Juni 2024.
  12. Frank Tafertshofer; Bianca Fialla: „LWL-Präparationsfachleute erfolgreich bei Europameisterschaft“. Am 16. März 2023 auf lwl.org (Landschaftsverband Westfalen-Lippe). Abgerufen am 4. Juni 2024.
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