Braunschweiger Baugenossenschaft
Die Braunschweiger Baugenossenschaft (BBG) ist eine Wohnungsbaugenossenschaft in Braunschweig.
| Braunschweiger Baugenossenschaft | |
|---|---|
| Rechtsform | e.G. |
| Gründung | 1887 |
| Sitz | Braunschweig |
| Leitung | Karin Stemmer, Tim Schreiber |
| Branche | Wohnungsbau |
| Website | https://www.baugenossenschaft.de |
Geschichte
Die am 4. Juni 1887 gegründete Wohnungsbaugenossenschaft zählt zu den ältesten ihrer Art in Deutschland. Sie entstand in der Zeit der Industrialisierung, um für die in widrigen Wohnverhältnissen lebenden Arbeiterfamilien bessere und bezahlbare Wohnungen zu bauen.
In den ersten 24 Jahren wurden 87 Wohnhäuser mit 563 Wohnungen errichtet. Die Mehrfamilienhäuser, genannt „Erwerbshäuser“, wurden nach dem Bau von vermögenden BBG-Mitgliedern gekauft und an weniger wohlhabende Mitglieder der Genossenschaft vermietet. Die Mietpreise betrugen damals 21 Pfennig pro Quadratmeter.
Im Jahr 1927 umfasste der BBG-Bestand ein Fünftel aller in der Stadt Braunschweig gebauten Wohnungen. Mit einer eigenen Sparkasse (ab 1900) und eigenen Baubetrieben (ab 1909), konnte die BBG größere und besser ausgestattete Wohnungen als der damals geltende Standard bauen. Diese wurden zu stadtweit niedrigsten Mieten an die BBG-Mitglieder weitergegeben.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die demokratisch legitimierten Organe der Genossenschaft (Vertreterversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand) abgesetzt und durch Nationalsozialisten ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 988 Wohnungen und damit rund ein Fünftel des damaligen Bestands ganz oder teilweise zerstört.
1946 fanden erstmals wieder Wahlen zur Vertreterversammlung statt. Der kommissarisch eingesetzte Vorstand und Aufsichtsrat wurden demokratisch legitimiert. Mit Hilfe neuer Eigenbetriebe beteiligte sich die BBG am Wiederaufbau der zu 90 % zerstörten Innenstadt Braunschweigs.
In den Jahren des Aufschwungs von 1948 bis 1962 baute die Braunschweiger Baugenossenschaft 1894 Wohnungen und war 1963 mit 18.095 Mitgliedern die größte Genossenschaft in der Bundesrepublik.
In den 1970er Jahren wechselte der Fokus der BBG vom Neubau auf die Modernisierung des in die Jahre kommenden Wohnungsbestands. Ab Mitte der 1980er Jahre konzentrierte sich die BBG auch auf die Verbesserung des Wohnumfelds.
Heute umfasst der Bestand über 6600 Einheiten (Stand 2024), die Genossenschaft hat ca. 22.500 Mitglieder (Stand 2023).
Sonstiges
Die BBG verfügt über eine eigene genossenschaftliche Spareinrichtung.[1] Die Einlagen der Mitglieder werden reinvestiert.
Im Jahr 2022 gab die Genossenschaft bekannt, sich im Sinne des Klimaschutzes aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zurückzuziehen und bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Ein Großteil der Mittel für Investitionen in die Energieeffizienz der Gebäude stammen aus Nutzungsgebühren.
Töchter
Die BBG-Service GmbH ist seit 1998 für die Abrechnung der Heizungs-, Warmwasser- und Kaltwasserverbräuche sowie die Bereitstellung von Medien, Radio- und Fernsehprogrammen und Internet zuständig.
Eine weitere Tochter, BBG Senioren-Residenzen GmbH, stellt seit 2004 den Betrieb der zwei genossenschaftlichen Seniorenresidenzen sicher, an einer weiteren ist sie beteiligt. Das Unternehmen baut außerdem die Sparten „Ambulante Pflege“ und „Essen auf Rädern“ auf.
Literatur
- Braunschweiger Baugenossenschaft eG (Hrsg.): Ein Jahrhundert Braunschweiger Baugenossenschaft eG: 1887–1987. Kleine Chronik eines erfolgreichen Wohnungsunternehmens im Spiegel der jüngeren Stadtgeschichte. zusammengestellt von Kurt Hoffmeister. Braunschweiger Baugenossenschaft eG 1987.
- Braunschweiger Baugenossenschaft E.G.M.B.H. (Hrsg.): 75 Jahre. Geschichte der Braunschweiger Baugenossenschaft E.G.M.B.H. Schaare, Braunschweig 1962.
- Kurt Hoffmeister: Braunschweiger Baugenossenschaft. (BBG). In: Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 40.
Weblinks
Einzelnachweise
- Sparen mit der BBG. In: baugenossenschaft.de. Abgerufen am 3. Juni 2024.