Feldkommandostelle Hegewald

Feldkommandostelle Hegewald war ein Hauptquartier für den Reichsführer SS Heinrich Himmler, welches im Hegewald in der Ukraine gebaut wurde.

Die Anlage wurde aufgrund des schnellen Vormarsches der Wehrmacht beim Angriff auf die Sowjetunion 50 km nördlich des Führerhauptquartiers Werwolf gebaut.[1]

Geschichte

Die Feldkommandostelle wurde neben einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz errichtet. Mit dem Bau wurde im Herbst 1941 begonnen und im Sommer 1942 war es bezugsfertig. Neben dem Militärflugplatz bestand das Hauptquartier aus mehreren Kasernen, einem Kasino, einem Kommunikationszentrum, einem Konferenzsaal, mehreren Bürokasernen, einem Bunker, einer Villa für Himmler und einem Soldatenfriedhof.[1][2] Die Gebäude wurde ebenfalls von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und dem Chef der Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers genutzt.

Die Feldkommandostelle Hegewald sollte die Feldkommandostelle Hochwald in Polen ersetzen.

Von Hegewald aus kontrollierte Himmler die deutsche Kolonisation der Ukraine. Große Bevölkerungsteile wurden deportiert und das üppige Ackerland wurde von deutschen Siedlern übernommen. In diesem Hauptquartier waren mehr als 100 SS-Offiziere stationiert und rund 1000 SS-Polizisten standen für die Verteidigung bereit. Zwischen Sommer 1942 und Sommer 1943 wurde das Hauptquartier häufig von Himmler genutzt.[1]

Als die sowjetische Rote Armee im Sommer 1943 nach Westen vorrückte, wurde Hegewald evakuiert. Hegewald wurde im November und Dezember 1943 von SS-Truppen zerstört. Im Gebiet Hegewald errichtete Himmler im März 1943 auch eine Kolonie mit etwa 10.000 Menschen (nichtdeutsche Staatsbürger deutscher Herkunft) aus Polen und der Ukraine. Diese Kolonie war mehr oder weniger autark und ein Modell, das Himmler in Osteuropa errichten wollte, nachdem die Deutschen den Zweiten Weltkrieg gewonnen hatten.[2]

Heute ist noch ein Soldatenfriedhof sowie eine Bunkerruine erhalten.

Commons: Feldkommandostelle Hegewald – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Feldkommandostelle Hegewald. In: Battlefieldsww2.com. Abgerufen am 8. Juni 2024.
  2. Hegewald (Ukraine) - Historical Sites – World War Two. Abgerufen am 8. Juni 2024 (sv-SE).
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